Wie fange ich am besten an? Vielleicht damit, daß ich auf die Frage "Ist denn Deine Hündin jetzt gedeckt?" einfach antworten könnte: "Ja, klar, zweimal, denn das Nachdecken hat auch geklappt."
Das allerdings erscheint mir auf das was ich die letzten vier Tage erlebt habe zu einfach und zu oberflächlich zu sein. Was jetzt nicht heißen soll, daß ich hier Abenteuer erlebt habe, die nicht andere auch schon erlebt haben oder daß dabei etwas Außergewöhnliches passiert ist. Nein, es geht nur darum zu sehen wie schnell man einen Deckakt evtl. als Ding der Unmöglichkeit bezeichnet und aufgibt, wo man doch eigentlich nur der Natur seinen Lauf lassen sollte.

Wer hier weiterlesen will, sollte sich vielleicht ein wenig Zeit nehmen, denn ich habe sie mir auch genommen um alles aufzuschreiben, und es ist wirklich nicht wenig!!!

Freitag, 13.15 Uhr

Heute Vormittag war ich mit Alexa bei unserem Tierarzt Dr. Oberwallner zur Blutabnahme für einen weiteren Progesterontest. Heute ist der 14. Tag ihrer Läufigkeit und das letzte Mal waren wir vor zwei Tagen zum Test. Ich rufe also wie vereinbart um 13.15 Uhr an und fragte nach, wie es denn aussieht. Die Anwort lautet: "Sie können (was sich eigentlich nach, "sie sollten" oder "sie müssen" anhört!) gleich losfahren, heute noch decken und morgen nachdecken. Meine erste Reaktion ist: "Aha, ok, alles klar, danke!"
Kaum den Hörer aufgelegt geht bei mir der Streß los. "Wie, jetzt gleich los?" Eigentlich habe ich damit gerechnet, daß er mir sagt, ich solle vielleicht morgen schon wieder zur nächsten Blutabnahme kommen oder evtl. auch ich solle morgen losfahren, so daß ich mich ein wenig darauf vorbereiten kann. Aber was heißt hier eigentlich vorbereiten? Warte ich nicht schon seit vier Tagen darauf, daß ich mit Alexa los kann? Ist denn nicht eigentlich schon alles vorbereitet??? Ja, eigentlich schon. Sämtliche Papiere fertig, Deckgenehmigungen habe ich, Deckschein, Kopien von Alexas Unterlagen, etc. So jetzt brauche ich nur noch Futter für Alexa und Wasser für die Fahrt, ein paar frisch gewaschene Hundedecken und große Handtücher, Digitalkamera (Akku ist bereits aufgeladen), mein Laptop, Handy mit Ladekabel, Geldbeutel und etwas zu trinken für mich.
Eigentlich liegt fast alles schon bereit, aber irgendwie bin ich jetzt doch durch den Wind. Schnell noch die Züchter-Homepage aktualisieren, daß ich mich jetzt auf den Weg mache. Ach ja, und vorher unbedingt bei der Deckrüdenbesitzerin Andrea anrufen, daß Alexa und ich jetzt dann losfahren, und unser auserwählter Deckrüde Endor vom Negro-Lobo heute noch seinem Vergnügen nachgehen darf!
Mist!!! Bei Andrea geht keiner ran. Ich quatsche ihr vor lauter Aufregung eine ellenlange Geschichte auf den Anrufbeantworter, die kurz und einfach gesagt hätte lauten können: "Hallo Andrea, habe gerade mit dem Tierarzt telefoniert. Ich fahre jetzt in Kürze mit Alexa los." Na schön, sie wird es mir schon verzeihen, daß ich vor Aufregung alles doppelt und dreifach, und außerdem ziemlich durcheinander geredet habe! Aber hört sie heute noch ihren AB ab? Zur Vorsorge noch schnell eine Mail hinterher schicken, an Andrea und Patricia, die Besitzerin des Ersatzrüden Eyko vom Negro-Lobo. So habe ich es die letzten Tage auch immer gemacht, wenn ich vom Tierarzt den neuen Bescheid bekommen habe.

In der Zwischenzeit kommt Sigi um 13.30 Uhr von der Arbeit (ich habe ihm per sms Bescheid gegeben, daß es losgeht), sieht sich gleich bei unserem Auto den Öl- und Wasserstand an, aber da ist alles in Ordnung. Daraufhin bekommt er von mir den Auftrag, doch bitte im Internet die Wegbeschreibung Richtung Frankfurt a. Main, genauer gesagt nach Kilianstädten/Schöneck auszudrucken, was er auch gleich macht.
Um 13.45 Uhr kommt Tobias aus der Schule. "Hallo Mama, was gibts zum Essen?" "Nur eine Tiefkühlpizza", sage ich "ich fahre jetzt dann mit Alexa los zum Decken." Von Tobias kommt ein zweifaches Juchu, erstens weil es endlich losgeht und er sich auf Welpen freut, zweitens wegen der Pizza!!! Ich schalte den Ofen ein, fummle die Verpackung von der Pizza und bekomme noch schnell einen Rüffler von Sigi: "Was machst Du denn da? Laß das jetzt, die Pizza können wir zwei auch alleine in den Ofen schieben! Pack Du Deine Sachen fertig und schau zu, daß Du losfährst. Es sind über 400 km zu fahren, sonst wird es finster bis Du dort ankommst."
Ein Blick auf die Uhr, es ist 14 Uhr, er hat wieder mal Recht! Was brauche ich noch alles? Frische Klamotten, nicht zu viel. Morgen fahre ich ja sowieso schon wieder zurück und ich packe eh immer zu viel ein, wenn ich wohin fahre. Irgendwie wandert dann aber noch meine ärmellose, Winter-Steppweste ins Auto.
Zwischendurch hat Andrea angerufen, sie hätte meine Mail bekommen. Von einem Anruf auf dem AB wußte sie nichts, aber sie würde sich freuen auf uns Beide! Na, da habe ich wohl im Eifer des Gefechts noch Andreas Tel-Nr. mit der von Patricia verwechselt und ihr die ganze Geschichte darauf gequatscht. Auch nicht so schlimm!
Es ist jetzt 14.23 Uhr und ich fahre los. Bussi für Tobias und Sigi, bis morgen Abend, auf Wiedersehen!!!
In der nächsten Ortschaft noch schnell volltanken und kurz darauf bin ich auf dem Weg Richtung Frankfurt a. Main. Endor wir kommen!!!!!!

Auf dem Weg zu Endor und seiner Familie habe ich eigentlich Glück. Es ist zwar viel Verkehr Freitag Nachmittag aber die beiden Staus an denen ich vorbei muß, sind Gott sei Dank auf der Gegenfahrbahn. Zwischendurch ein Blick zur Uhr. "Mist, bis ich ankomme, wird es mindestens 18 Uhr und somit schon fast finster sein."
Genauso ist es dann auch. Ankunft bei Endor und seiner Familie um 18.15 Uhr und bereits ziemlich dunkel.

Winfried mit Timo.  Andrea und Endor.  Endor vom Negro-Lobo. 

Freundliche Begrüßung von Andrea, Winfried und Baby Timo und natürlich von Endor. Ein toller Bursche, die Marken zwar ein wenig verwaschen, aber egal, dafür mit prächtigem, langen Fell und eine richtige Schmusebacke.
Da der Garten bei Andrea durch die Gartenbeleuchtung ziemlich hell ist, beschließen wir, es auf alle Fälle heute noch zu versuchen. Endor kommt ins Haus und Alexa darf sich im Garten erst mal eine Zeit lang alleine die Beine vertreten, "Zeitung lesen" und auch sämtliche Geschäfte verrichten.

Als wir Endor dann zu Alexa in den Garten lassen, ist die Begrüßung zwar kurz, aber intensiv. Beschnuppern, ein paar Mal hin und her durch den Garten toben und schon testet Endor durch Pfote auflegen Alexas Reaktion darauf an. "Toll", denkt er sich, "die hat ja gar kein Problem damit. Gleich mal aufsteigen!" Auch das läßt Alexa zu. Als seine Bewegungen dann allerdings heftiger werden und er sie sich näher ranholen will, quietscht sie und läuft ihm davon. Na, für das erste Mal finde ich das super (noch dazu, wo ja auch Endor das erste Mal als Deckrüde zum Einsatz kommt), und bin guter Dinge. In Gedanken sehe ich mich mit meiner gedeckten Hündin schon am nächsten Tag nachmittags auf dem Rückweg nach Hause!
Einige Wiederholungen, Endor will auf alle Fälle, rackert sich ab, aber Alexa entzieht sich ihm kurz "davor" immer wieder. Wir machen eine Pause, denn Endor ist ziemlich außer Atem. Alexa ins Auto, Endor mit uns ins Haus. Es dauert ein wenig bis er sich erholt hat, danach ein zweiter Anlauf.

Hey, Du nette Blondine. Ich finde Dich klasse!  Endor wartet, bis Alexa wieder kommt.  Endor versucht es ständig. 

Leider ist es, so fleißig es Endor auch nochmal versucht, immer das Gleiche. Na schön, Endor braucht Erholung und wir brechen die Zelte für heute ab, und nach einem leckeren Abendessen fährt Winfried noch vor mir her, um mir den Weg zum Hotel zu zeigen.

Alexa im Hotelzimmer.




Eine Nacht darüber schlafen. Ein recht schönes, modernes Hotelzimmer, Alexa frißt mit Appetit und ich bin leicht am grübeln. Aber morgen wird es bestimmt klappen. Oder?

Weiter gehts mit dem 2. Akt am Sa. 23.02.08!