Samstag, 9.00 Uhr
Wir treffen uns am nächsten Morgen wieder bei Andrea und Endor im Garten und ich hoffe, daß durch das "getrennt sein" in der Nacht, die beiden heute richtig ernst machen.
Um es vorweg zu nehmen, leider klappt es auch an diesem Tag nicht. Wir versuchen es wieder zweimal. Das erste Mal wieder im Garten und dann, als Endor wieder eine Pause braucht, gehen wir noch auf eine große Wiese. Es ändert sich allerdings nichts, Endor will, ist wirklich fleißig, steigt ständig auf, und Alexa läßt alles zu, bis er sie wieder fester ran zieht. Dann läuft sie ihm davon und lockt ihn aber nach ein paar Metern mit zur Seite gelegter Rute gleich wieder nach. Später nach der Ruhepause gehen wir zu einer Wiese. Immer wieder das selbe Spiel. Endor ist nach dieser vierten Einheit total ausgepumpt und Andrea hat Bedenken, ob es ihm nicht zu viel wird, falls wir dies immer wieder bis zum Abend wiederholen wollen.
Wir gehen nachdenklich mit unseren Hunden zu Andreas Haus zurück. Irgendwie ist meine Euphorie jetzt doch auch verflogen und wir beratschlagen was wir jetzt weiter tun sollen. Ob ich jetzt zum Ersatzrüden fahren soll? Aber eigentlich denke ich mir, da wird es nicht anders sein. Endor will ja, nur Alexa läuft im entscheidenden Moment immer weg.
Ich rufe Heike an und frage sie um Rat. Heike macht mir wieder Mut und sagt: "Na klar fährst Du zum Ersatzrüden! Jetzt wo wir einen haben! Vielleicht braucht Alexa einen, der ihr mal sagt wer Chef im Ring ist."
Andrea, Winfried und ich finden es gemeinsam ziemlich schade, daß es mit Endor nicht geklappt hat und wir wünschen uns gegenseitig alles Gute. Wir essen noch gemeinsam und Winfried erklärt mir noch den Weg.
Schließlich verabschieden wir uns von der lieben Familie und Endor in der Landesgruppe Hessen und machen uns auf den Weg, 200 km Richtung Pirmasens in die Landesgruppe Südwest zu Patricia und Alexander Venzke mit Eyko vom Negro-Lobo!
Samstag, 2. Teil
Auf dem Weg zu Patricia ziemlich gemischte Gefühle. "Positiv denken", ermahne ich mich selbst. Das wird schon! In Petersberg angekommen um 15 Uhr sind wir der Grund, daß Patricia und ihr Mann Alexander an diesem Tag nicht zur Ruhe kommen. Ein paar Minuten zuvor war erst Besuch mit drei Hunden aus Patricias F-Wurf wieder nach Hause gefahren. Die zwei begrüßen uns ganz herzlich und nehmen sich sofort Zeit für uns.
Wir fahren getrennt, Alexander mit Eyko und Patricia und ich mit Alexa auf eine große Wiese. Auf einem Zwischenstopp bis zum Treffpunkt kann sich Alexa erst noch die Beine vertreten und das große und kleine Geschäft verrichten.
Am Treffpunkt angekommen, gehen wir einfach aufeinander zu, ob wir uns zufällig bei einem Spaziergang begegnen würden und lassen die Hunde von der Leine.
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| Erstes Aufeinandertreffen. | Hey, blonde Maus! Du gefällst mir! |
Eyko sieht Alexa schon von Weitem und wartet in Lauerstellung um vorpreschen zu können. Patricia sagt zu mir: "Keine Sorge, aber es kann sein, daß er ziemlich rasant auf Alexa zu kommt. Evtl. denkt er auch von Weitem, das ist seine blonde Schwester Eileen und die wird von ihm stängig ziemlich heftig überrollt."
"Kein Problem", sage ich, "so zierlich Alexa auch ist, aber sie ist kein Weichei und verträgt einiges.
Eyko kommt wirklich mit vollem Speed angeprescht, aber kurz vor Alexa bremst er abrupt ab und merkt sofort, daß das nicht seine Schwester ist.
Man sieht gleich, die Chemie stimmt zwischen den beiden. Sie laufen ein wenig miteinander, beschnuppern sich und spielen ein wenig zusammen. Es dauert nicht allzu lange, bis Eyko mal "antestet". Alexa legt genau wie den Tag vorher die Rute zur Seite und läßt so ziemlich alles mit sich machen. Nur richtig zum Eindringen kommt es nicht. Da heult sie zwar nicht auf und läuft weg, wie sie es bei Endor gemacht hat, sondern marschiert, kurz bevor es richtig zur Sache geht immer 3-4 Schritte nach vorne.
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| Schaut alles schon mal gut aus! | Bis Alexa wieder 3-4 Schritte losmarschiert. |
Nun, das ganze Spiel wiederholt sich immer wieder, bis wir beschliessen, den Hunden eine Pause zu gönnen. Zu Hause ist Eyko relativ schnell wieder fit, trotzdem warten wir ein- einhalb Stunden, bis wir Versuch 2 starten. Um ca. 17 Uhr geht es wieder ab zur Wiese.
Eyko ist genauso fleißig wie sein Bruder. Und Alexa macht das Gleiche wie vorher auch. Jedesmal wenn der Rüde zur Sache kommen will, geht sie langsam nach vorne. Zwischendurch versuchen wir auch mal einfach sie zu halten. Das geht gar nicht! Das findet sie so zum Kotzen, daß sie sich derart aufbäumt, und wir es zu zweit nicht schaffen, diese kleine Hündin zu halten. Hinzu kommt, daß Eyko hierbei auch gar nicht mitmacht. Er merkt genau, daß Alexa das so nicht will und geht erst gar nicht ran. Wer jetzt glaubt, das hätte alleine an unserer Nähe gelegen, irrt sich meiner Meinung nach. Denn wenn wir Alexa nicht halten dann besteigt er sie auch 1/2 m neben uns. Uns drei ist auf alle Fälle klar, wenn es zwischen diesen beiden zum Deckakt kommen sollte, dann wollen sie es ganz alleine machen. Und sämtliche Zurufe meinerseits, wie: "Mann, Blondie, bleibst Du jetzt endlich stehen?", helfen nichts. Nur, Geduld, Geduld, Geduld!!!
Mit einer Ruhe und Gelassenheit haben Patricia und Alexander dieses Schauspiel zum zweiten Mal miterlebt und mir zu verstehen gegeben: "Das ist alles im grünen Bereich. Sie beißt ihn nicht ein einziges Mal weg. Das klappt schon noch." Und Alexander meint: "Mein Eyko macht das schon."
Außerdem können wir es von ihnen aus heute gerne noch ein drittes Mal versuchen.
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| Patricia mit Eyko und Alexa. | Alexander ist zuversichtlich. |
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| Zwischendurch den Durst stillen! | Hey, Alexa,... | ...bist Du wirklich ganz alleine gekommen? |
Erst mal nach Hause und was essen. Gesagt, getan! Alexa ins Auto, wir ins Haus, quatschen, essen (Alexander hat uns ein köstliches Abendessen gekocht), und zwischendurch das Hovawart-Rudel der beiden streicheln. Das ist ein "Muß", das die drei Vierbeiner ständig einfordern.
Übrigens ein wunderbarer Anblick. Drei wunderschöne Hovawarte in allen drei Farben. Sollte ich es noch nicht erwähnt haben, Patricia ist auch die Züchterin von Eyko.
Da gibt es also Bali vom Märchenhof, die zwölfjährige schwarze Stammhündin des Zwingers vom Negro-Lobo, die blonde Eileen vom Negro-Lobo und den schwarzmarkenen Eyko vom Negro-Lobo. Beide vier Jahre alt und Geschwister aus dem E-Wurf von Bali.
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| Eileen, Eyko und Bali. | Patricia mit ihrem Rudel. |
Weiter mit dem Deckmarathon:
Ca. 21 Uhr geht es also wieder los, mittlerweile ist es natürlich stockfinster und ich fahre mit Alexa und geöffnetem Kofferraumdeckel zur Wiese. Der doofe Deckel läßt sich absolut nicht schließen. Klasse, denke ich, aber jetzt auch egal, das Hundegitter ist ja geschlossen.
Die Hunde haben die größte Freude, daß wir extra wegen ihnen nochmal mitten in der Nacht hierher fahren, denn sie haben nach wie vor Lust auf einander.
Und daß wir in dunkler Nacht mit Taschenlampe und Camping-Lampe mitten auf der Wiese stehen, scheint für sie nichts außergewöhnliches zu sein. Als wäre es die normalste Sache der Welt, machen sie voller Freude das, was sie am Nachmittag auch gemacht haben.
Wir drei allerdings sehen uns zwischendurch an, müssen lachen und sind froh, daß weit und breit niemand da ist, der sieht, daß wir unseren Hunden mitten in der Nacht ihren Deckakt beleuchten !!!
Eyko hat eine super Kondition, und wir merken jetzt, wie hilfreich es für den Deckrüden ist, kein Gramm Fett zuviel mit sich herum zu tragen. Alexa stellt seine Ausdauer ziemlich hart auf die Probe. Zwar tapst sie nach wie vor nach vorne, lockt ihn aber sofort wieder mit zur Seite geklappter Rute zum nächsten Anlauf. Trotz allem müssen wir dann gegen 22 Uhr abbrechen und wollen am nächsten Morgen schauen, ob Alexa noch deckbereit ist.
"Da fahren wir aber morgen woanders hin, nämlich zum Wald," sagte Patricia. "Wir brauchen jetzt mal ein anderes Ambiente!"
Alexander hat sich etwa eine Stunde vorher im übernächsten Ort um eine Unterkunft bemüht und mir einen Schlüssel besorgt. Einfach, aber sauber und günstig. Das ist ok für mich. Als wir von unserer "Nachtaktion" zurück sind, erklärt er mir den Weg und zeichnet ihn mir vorsichtshalber noch auf. Den Schlüssel gibt er mir mit den Worten: "Der paßt für die Haustür. Die Treppe hoch und von den drei Türen vor dir die erste rechts. Es ist niemand da, du bist allein. Morgen früh sollst du einfach das Geld für die Übernachtung und den Hausschlüssel auf den Tisch legen, weil vor 9.30 Uhr niemand kommt."
Zwar etwas eigenartig für die Vermietung einer Unterkunft denke ich, aber warum auch nicht, und schließlich habe ich ja meinen Hund dabei.
Wir verabreden uns am nächsten Morgen früh um 9 Uhr bei Patricia und Alexander zum Frühstück und Alexander erklärt mir noch, wo ich am Sonntag frische Brötchen besorgen konnte. Das liegt genau auf dem Weg und die will ich natürlich gerne mitbringen.
Ich also los mit der Wegbeschreibung in der Hand, Innenbeleuchtung im Auto und geschlossenem Kofferraumdeckel (der geht auf einmal wieder zu) Richtung Thaleischweiler-Fröschen. Komische Ortsnamen haben die hier, denke ich. Nach etwa 3/4 der Strecke fällt mir plötzlich ein, daß ich den Schlüssel vergessen habe. Mist, kurz nochmal anrufen und mich wieder ankündigen und umdrehen. Wieder in Petersberg angekommen, bringt mir Patricia den Schlüssel zum Auto. Wir müssen lachen und ich fahre zum zweiten Mal los.
In der Pension angekommen, mache ich mich mit Alexa auf um mein Zimmer zu suchen. OK, richtige Haustüre habe ich schon mal gefunden, Schlüssel paßt! Aha, dort die Treppe. Die ist so eng und steil, daß Alexa mich komisch ansieht! Wie, da rauf? Wir erklimmen beide diese etwas seltsame Treppe und finden auch das Zimmer. Es ist einfach, aber das macht mir nichts aus, es hat einen Farbfernseher, ein großes Bad und es ist sauber.
Alexa macht es sich gleich gemütlich auf ihrer Decke. Sie hat Hunger wie ein Wolf. Da merke ich wieder einmal, daß die ständigen Deckversuche nicht nur für den Rüden anstrengend sind.
Ich schalte mir kurz den Fernseher ein, und lege mich ins Bett. Zwar habe ich dann, wie so oft, nicht besonders gut geschlafen, bin aber trotzdem relativ fit am nächsten Tag. Was wird der dritte Decktag wohl bringen?
Weiter gehts mit dem 3. Akt am Sonntag, 24.02.08











